Geschäftsjahr 2017

Überdurchschnittliches Wachstum bremst Ergebnisrückgang

Bei einem Pressegespräch am 8. März 2018 schauten die Vorstände der RV Bank Rhein-Haardt eG Mathias Geisert und Thomas Sold auf „ein dank eines überdurchschnittlichen Wachstums letztlich zufriedenstellendes Geschäftsjahr 2017" zurück. Die andauernde Niedrig- bzw. Negativzinsphase hinterlässt jedoch ihre Spuren beim zurückgehenden Bankergebnis. „Nur durch das große Engagement unseres gesamten Teams, konnten wir diesen Trend eindämmen und unsere Marktposition stärken“ betonten die beiden Geschäftsleiter.

Zahlen im Überblick

Bilanzsumme 1.187 Mio. Euro + 5,50 %
Einlagen von Kunden
1.025 Mio. Euro + 6,40 %
Kredite an Kunden 854 Mio. Euro + 4,60 %
Betreutes Kundengeschäftsvolumen 2,5 Mrd. Euro + 4,60 %

Mit viel Elan den immer anspruchsvoller werdenden Rahmenbedingungen getrotzt

Die RV Bank Rhein-Haardt eG betreute per 31. Dezember 2017 bei einer Bilanzsumme von 1.187 Mio. Euro (+ 5,5 %) und ein Kundengeschäftsvolumen (bilanzielle und außerbilanzielle Gelder) von rund 2,5 Mrd. Euro (+ 5,2 %).

Damit setzt die Bank, deren Geschäftsgebiet sich auf 48 Orte von Frankenthal über Grünstadt bis Eisenberg mit rund 153.000 Einwohnern erstreckt, ihren Wachstumskurs erfolgreich fort. „Durch unser überdurchschnittliches Wachstum konnten wir unsere Marktposition stärken“, freuen sich die Vorstände Mathias Geisert und Thomas Sold.

Regionaler Geldkreislauf

Die RV Bank Rhein-Haardt eG setzt beim Einlagen- und Kreditgeschäft weiterhin strikt auf den regionalen Geldkreislauf. Dabei fließen die von den Kunden angelegten Gelder konsequent in die heimische Wirtschaft. „Wir sind von hier, leben und arbeiten mit unseren Kunden. Riskante Geschäfte um des letzten Euros willen gehören selbst in schwierigen Zeiten nicht zu unserer Geschäftspolitik.

Mit dem Verweis auf die in 2017 gezahlte Gewerbesteuer von 2,73 Mio. Euro, die den Städten und Gemeinden der Region zukommt, betonen die beiden Vorstände die regionale Bedeutung ihres Kreditinstituts, das zudem mit rund 175.000 Euro zahlreiche Institutionen, Stiftungen sowie Vereine im karitativen, kulturellen und sportlichen Bereich durch Spenden und Sponsoring unterstützte.

Die Investitionen in das Geschäftsstellennetz wurden durch ständige Modernisierungen fortgesetzt. Aktuell unterhält die Bank 20 Geschäftsstellen, davon 16 Geschäftsstellen mit persönlicher Beratung und persönlichem Service sowie 4 SB-Stellen.

Kreditgeschäft: Baufinanzierungen als Wachstumstreiber

Erfreulich ist die Entwicklung des Kreditgeschäfts, sicherlich getragen von den historisch niedrigen Zinsen. Im Jahr 2017 erhöhte sich das gesamte Kreditvolumen um 4,6 % auf 854 Mio. Euro, vor allem von einer außerordentlich hohen Nachfrage nach privaten Baufinanzierungen getragen. „Durch attraktive Konditionen und individuelle Beratung der Kunden konnten tolle Zuwächse erzielt werden,“ stellen Geisert und Sold zufrieden fest.

Im gewerblichen Kreditgeschäft zeigte sich ebenfalls eine gute Entwicklung. „Unseren Firmenkunden geht es gut. Daher konnten sie viele Investitionen aus vorhandener Liquidität tätigen. Dennoch konnten wir Marktanteile gewinnen, führen die Vorstände aus.

Einlagengeschäft: in der Niedrigzinsphase sind Alternativen gefragt

Trotz der EZB-bedingten Niedrigzinsphase haben sich im Geschäftsjahr 2017 die Kundeneinlagen um 6,40 % auf 1.025 Mio. Euro erhöht. Die Vorstände Geisert und Sold werten dies „als Vertrauen unserer Mitglieder und Kunden in unsere Bank. Der Wunsch der Kunden nach hoher Flexibilität hat dazu geführt, dass auch 2017 weiterhin vor allem kurzfristige Anlagen bevorzugt wurden.“

„Obwohl wir als Bank bereits für überschüssige Anlagen, die wir nicht als Kredite ausreichen können, Negativzinsen bezahlen müssen, haben wir diese an unsere Kunden nicht weitergegeben. Diese Entscheidung zum Wohl unserer Sparer belastet unser Zinsergebnis spürbar. Daher müssen wir angesichts der zurückgehenden Bankertragslage die weitere Zinsentwicklung genau beobachten“, ergänzen die beiden Bankleiter.

In 2017 konnte die RV Bank Rhein-Haardt eG Wertpapierumsätze in Höhe von 138 Mio. Euro mit ihren Kunden tätigen und betreut damit ein Wertpapiervolumen von 362 Mio. Euro in 9.007 Wertpapierdepots. Damit unterstreicht die Bank „gerade in dieser extremen Niedrigzinsphase ihre besondere Kompetenz und Marktposition in der Anlageberatung“.

Warengeschäft

Ein wichtiges Geschäftsfeld der RV Bank ist traditionell das Warengeschäft, bei dem sich der RVB-AGRARSERVICE in Beindersheim seit vielen Jahren auf die Verpackung und Vermarktung von Kartoffeln und Zwiebeln regionaler Erzeuger spezialisiert hat. Im Geschäftsjahr 2017 konnten 130.184 Tonnen (Vorjahr 130.848 Tonnen) Kartoffeln und Zwiebeln in Beindersheim abgepackt werden. Das Warengeschäft bewegte sich insgesamt auf Vorjahresniveau und liefert einen wichtigen zinsunabhängigen Beitrag für die Gesamtbank.

Geschäftsergebnis

Zusammengefasst stellen die Vorstände: „Durch Wachstum, Kostendisziplin und großes Engagement unserer Mitarbeiter stemmten wir uns gegen die Niedrigzinsphase und zunehmende Regulatorik. Nichtsdestotrotz ging das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit nach Steuern auf 6,4 Mio. Euro (Vorjahr 7,0 Mio. Euro) zurück, was angesichts der allgemeinen Vorzeichen jedoch immer noch zufrieden stellt, aber wahrlich kein Grund zum Zurücklehnen ist.“

Vor diesem Hintergrund wird den Mitgliedern im Rahmen der am 6. Juni 2018 stattfindenden Vertreterversammlung die Ausschüttung einer Dividende von 4,75 % (Vorjahr 5,25 %) vorgeschlagen, was immer noch einer Rendite deutlich über dem aktuellen Kapitalmarktniveau entspricht.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Zum Jahresende 2017 beschäftigte die RV Bank Rhein-Haardt eG 285 Mitarbeiter und Auszubildende, davon 49 im Warenbereich und 12 als Auszubildende. Sie ist damit ein wichtiger Arbeitgeber und attraktiver Ausbildungsbetrieb im Rhein-Pfalz-Kreis, Kreis Bad Dürkheim sowie in den Städten Frankenthal, Grünstadt und Eisenberg.

„Motivierte und hoch qualifizierte Mitarbeiter sind das wichtigste Gut unserer Bank“, betonen die beiden Bankleiter. „Daher haben wir im vergangen Jahr rund 155.000 Euro in die Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter investiert, was die Kunden in Form verbesserter Service- und Beratungsqualität spüren sollen.“

Ausblick auf das Jahr 2018

Für das laufende Jahr rechnet das Institut mit weiterem Wachstum. Zunehmend Sorgen bereiten uns aber die anhaltende Niedrigzinsphase und ihre Ertragsspuren, die überbordende Regulatorik und der deutliche Trend zur Digitalisierung von Bankdienstleistungen. Die beiden Vorstände Geisert und Sold zeigen in diesem Zusammenhang den weiteren Weg auf:

„Dieser Entwicklung wollen wir durch eine Intensivierung der Geschäfte mit unseren Kunden, Investitionen in die Digitalisierung und der Optimierung der Verwaltungsstrukturen begegnen. So werden wir unser Digital-Angebot kontinuierlich weiter ausbauen und in der zweiten Jahreshälfte ein Kundendialogcenter einführen“.

Ziel ist eine Verzahnung von Beratung und Service auf klassischem und digitalen Weg. Eine Entwicklung zur Genossenschaftsbank mit Direktbankcharakter ist nicht gewünscht. Im Mittelpunkt steht und bleibt der persönliche Kontakt zwischen Kunde und Berater.

Ein weiterer Schwerpunkt sind Investitionen in einen neuen Standort in Frankenthal am Jahnplatz. Hierdurch soll zum einen unsere Marktposition für weiteres Wachstum in Frankenthal und der Region gestärkt werden. Zum anderen sollen durch die Zusammenlegung von Verwaltungsbereichen Synergieeffekte gehoben werden.

Auch das Warengeschäft steht vor einer strategischen Neuausrichtung. In enger Abstimmung mit dem Hauptkunden LIDL werden Möglichkeiten zur weiteren Rationalisierung untersucht, berichten die beiden Bankvorstände.

„Unser eindeutiges Ziel ist es, das durch Kundennähe, Individualität und Flexibilität geprägte genossenschaftliche Geschäftsmodell für die nächsten Generationen weiterhin erfolgreich am Markt zu behaupten.“