Geschäftsjahr 2016

RV Bank Rhein-Haardt eG weiterhin auf Wachstumskurs

Bei einem Pressegespräch am 7. März 2017 schauten die beiden Vorstandsmitglieder Mathias Geisert und Thomas Sold auf ein "trotz anspruchsvoller Rahmenbedingungen erfolgreiches Geschäftsjahr 2016" zurück.

Erfolgreich trotz anspruchsvoller Rahmenbedingungen

Die Bank betreut per 31. Dezember 2016 bei einer Bilanzsumme von 1.125 Mio. € (+ 4,70 %) ein Kundengeschäftsvolumen (bilanzielle und außerbilanzielle Gelder) von rund 2,4 Mrd. € (+ 5,7 %).

Damit setzt die Raiffeisen-/Volksbank, deren Geschäftsgebiet sich auf 48 Orte von Frankenthal über Grünstadt bis Eisenberg mit rund 151.000 Einwohnern erstreckt und die zu den Top 200 der 1.000 deutschen Genossenschaftsbanken gehört, ihren Wachstumskurs erfolgreich fort. „Durch unser überdurchschnittliches Wachstum konnten wir sogar Marktanteile gewinnen“, freuen sich die Vorstände Mathias Geisert und Thomas Sold.

Erfreulich ist der stetige Anstieg der Mitgliederzahlen. „Mittlerweile sind 20.533 Kunden zugleich Mitglieder (+ 306) und somit Eigentümer der Bank. Diese einzigartige Verbindung zwischen Kunde und Bank ist und bleibt die Basis unserer Zusammenarbeit und soll durch attraktive Mehrwerte, wie die im Jahr 2016 erfolgreich gestartete Mitgliederakademie, noch weiter gefestigt werden“, betonen die beiden Bankleiter und ergänzen: „Gerade in unruhigen Zeiten wollen die Menschen mitbestimmen und ganz nah dran sein an Entscheidungen, die sie und ihr Leben betreffen. Genossenschaftsbanken bilden dazu die einzigartige, ideale Basis.“

Regionaler Geldkreislauf und Standortoptimierung

Die RV Bank Rhein-Haardt eG setzt beim Einlagen- und Kreditgeschäft weiterhin strikt auf den „regionalen Geldkreislauf“. Dabei fließen die von den Kunden angelegten Gelder konsequent in die heimische Wirtschaft und bilden keinen Topf für irgendwelche Spekulationsgeschäfte. „Wir sind von hier, leben und arbeiten mit unseren Kunden. Riskante Geschäfte um des letzten Euros willen gehören selbst in schwierigen Zeiten nicht zu unserer Geschäftspolitik.

Mit dem Verweis auf die bezahlte Gewerbesteuer von 1,42 Mio. Euro, die den Städten und Gemeinden der Region zukommt, betonen die beiden Vorstände die regionale Bedeutung ihres Kreditinstituts, das zudem rund 150.000 Euro an zahlreiche Institutionen, Stiftungen sowie Vereine im karitativen, kulturellen und sportlichen Bereich durch Spenden und Sponsoring unterstützte.

Die Investitionen in das Geschäftsstellennetz wurden durch laufende Modernisierungen fortgesetzt. Aktuell unterhält die RV Bank 23 Standorte (inklusive dem RVB-AGRARSERVICE in Beindersheim), davon 16 Geschäftsstellen mit persönlicher Beratung und persönlichem Service.

Kreditgeschäft weiterhin Wachstumstreiber

Erfreulich ist die Entwicklung des Kreditgeschäfts, getragen von den historisch niedrigen Zinsen. Im Jahr 2016 erhöhte sich das gesamte Kreditvolumen um 4,9 % auf 816 Mio. €. Bei privaten Investitionen in Eigenheime zeigte sich eine ungebrochen hohe Nachfrage. Durch attraktive Konditionen und individuelle Beratung der Kunden konnte bei den Baufinanzierungen ein Neukreditvolumen von 89 Mio. € (+ 3,50 %) erreicht werden. Somit sichern sich immer mehr Menschen in unserer Region Wohnqualität und einen wichtigen Baustein in der Altersvorsorge.

Positiv entwickelte sich die Immobilienvermittlung auf 7,1 Mio. Euro (+ 2,0 %), eine Dienstleistung, die gemeinsam mit dem Partnerunternehmen IGS Immobilien GmbH in Bad Dürkheim erbracht wird und zunehmend mehr von den Bankkunden in Anspruch genommen wird.

Im gewerblichen Kreditgeschäft zeigte sich ebenfalls eine große Kreditnachfrage. „Unseren Firmenkunden geht es gut. Daher konnten sie viele Investitionen aus vorhandener Liquidität tätigen. Dennoch konnten wir entgegen dem allgemeinen Branchentrend das Neukreditgeschäft steigern und Marktanteile gewinnen“, führen die Vorstände aus und ergänzen: „Wir konnten im Jahr 2016 ein Neukreditvolumen von 62 Mio. € (+ 10,7 %) an gewerbliche Kunden ausreichen. Ergänzt durch ein breites Dienstleistungsangebot, das vom Auslandsgeschäft über Unternehmensnachfolge- bis zur Zahlungsverkehrsberatung reicht, festigten wir im vergangenen Geschäftsjahr unsere Position als starker Partner des Mittelstands zwischen Rhein und Haardt.“

Entwicklung im Einlagen- und Anlagengeschäft

Trotz der EZB-bedingten Niedrigzinsphase haben sich im Geschäftsjahr 2016 die Kundeneinlagen um 4,80 % auf 963 Mio. € erhöht. Die Vorstände Geisert und Sold werten dies „als Vertrauen unserer Mitglieder und Kunden in die RV Bank Rhein-Haardt eG als sicherer Hort in unruhigen Zeiten. Der Wunsch der Kunden nach hoher Flexibilität hat dazu geführt, dass auch 2016 weiterhin vor allem Tagesgeldanlagen bevorzugt wurden.“

„Obwohl wir als Bank bereits für überschüssige Anlagen, die wir nicht als Kredite ausreichen können, Negativzinsen bezahlen müssen, haben wir diese an unsere Kunden nicht weitergegeben und planen dies zum Wohl unserer Mitglieder und Kunden aktuell auch nicht, obwohl es unser Zinsergebnis spürbar belastet“, ergänzen die beiden Bankleiter.

In 2016 konnte die Bank Wertpapierumsätze in Höhe von 107 Mio. € mit ihren Kunden tätigen und betreut damit ein Wertpapiervolumen von 344 Mio. € in 9.008 Wertpapierdepots. Damit unterstreicht die RV Bank Rhein-Haardt eG gerade in dieser extremen Niedrigzinsphase ihre besondere Kompetenz und Marktposition in der Anlageberatung.

Warengeschäft RVB-AGRARSERVICE

Ein wichtiges Geschäftsfeld der RV Bank ist traditionell das Warengeschäft, bei dem sich der RVB-AGRARSERVICE in Beindersheim seit vielen Jahren vor allem auf die Vermarktung von Kartoffeln und Zwiebeln regionaler Erzeuger konzentriert. „Höhere Preise und eine größere Verpackungsmenge führten im Geschäftsjahr 2016 zu gesteigerten Umsatzerlösen, die mit 67 Mio. EUR rund 17 % über dem Vorjahr lagen.“ Davon entfiel mit rund 42 Mio. EUR der größte Teil auf Kartoffeln (+ 19,7 %) und rund 18 Mio. EUR auf Zwiebeln (+ 10,6 %).

Geschäftsergebnis

Zusammengefasst stellen die Vorstände Mathias Geisert und Thomas Sold fest: „Durch Wachstum, Kostendisziplin und großem Engagement unserer Mitarbeiter konnten wir uns erfolgreich gegen die Niedrigzinsphase und zunehmende Regulatorik stemmen und das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit nach Steuern mit rund 7,0 Mio. EUR (Vorjahr 7,2 Mio. EUR) nahezu auf Vorjahresniveau halten, was angesichts der allgemeinen Vorzeichen immer noch zufrieden stellt“.

Vor diesem Hintergrund wird den Mitgliedern im Rahmen der am 14. Juni 2017 stattfindenden Vertreterversammlung die Ausschüttung einer Dividende von unveränderten 5,25 % vorgeschlagen werden, was einer Rendite deutlich über dem aktuellen Kapitalmarktniveau entspricht.

Unsere Mitarbeiter

Die RV Bank Rhein-Haardt eG beschäftigte zum Jahresende 2016 insgesamt 294 Mitarbeiter und Auszubildende, davon 51 im Warenbereich und 14 Auszubildende. Sie ist damit ein wichtiger Arbeitgeber und attraktiver Ausbildungsbetrieb im Rhein-Pfalz-Kreis, Kreis Bad Dürkheim sowie in den Städten Frankenthal, Grünstadt und Eisenberg.

„Motivierte und hoch qualifizierte Mitarbeiter sind das wichtigste Gut unserer Bank“, betonen die beiden Bankleiter. „Daher haben wir im vergangen Jahr rund 145.000 € in die Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter investiert, was die Kunden in Form verbesserter Service- und Beratungsqualität spüren sollen.“

Investitionen - RAIFFEISEN QUARTIER Maxdorf

Unter Federführung der RV Bank Rhein-Haardt eG entsteht in Maxdorf das RAIFFEISEN QUARTIER an der Ecke Hauptstraße/Friedrich-Ebert-Straße. „Dabei wurde das leerstehende ehemalige Bankgebäude durch Zukauf von zwei Nachbargrundstücken abgerundet. Durch zwei Neubauten und einen Umbau entstehen auf diesem Areal vier Gewerbeeinheiten sowie neun Wohnungen verschiedener Kategorien zum Kauf bzw. zur Miete“, berichten Mathias Geisert und Thomas Sold. „Zum einen wurde damit einer der letzten Leerstände der Bank behoben, zum anderen eine attraktive Immobilienanlage im Rahmen der Anlagestrategie der Bank geschaffen.

Ausblick auf das Jahr 2017

Für das laufende Jahr rechnet das Institut „angesichts der anhaltenden Niedrigzinsphase und der weiter zunehmenden Regulatorik mit einer moderaten Geschäftsentwicklung, getragen durch langjährig gefestigte Kundenbeziehungen. Das Zinsergebnis dürfte sich weiterhin vermindern. Dieser Entwicklung soll durch weiteres Wachstum, durch Intensivierung der Geschäfte mit den Kunden im Dienstleistungsbereich sowie durch konsequente Kosten- und Prozessoptimierung begegnet werden.“

Um im Zeitalter der Digitalisierung allen Wünschen der Kunden gerecht zu werden, wird die Bank ihr Online-Angebot kontinuierlich weiter ausbauen. Ziel ist eine Verzahnung des klassischen Vertriebswegs der Geschäftsstelle durch Produkt- und Serviceangebote im Internet. Dadurch soll der Kunde aus den Angeboten im Internet in die Beratung in den Geschäftsstellen geführt werden. Eine Entwicklung zur Genossenschaftsbank mit Direktbankcharakter ist nicht gewünscht. „Im Mittelpunkt steht und bleibt der persönliche Kontakt zwischen Kunde und Berater“.

Strategische Ausrichtung

Die Zukunftsfähigkeit der RV Bank Rhein-Haardt eG in dem immer anspruchsvoller werdenden Umfeld zu sichern, steht im Mittelpunkt des Strategieprozesses „RV Bank Rhein-Haardt eG 2020“, bei dem Vorstand, Bereichsleiter sowie alle Mitarbeiter beteiligt sind.

„In diesem Rahmen sind beispielsweise Maßnahmen zur Kosten- und Prozessoptimierung unserer dezentral aufgestellten Verwaltungsbereiche sowie Möglichkeiten zur weiteren Rationalisierung im Warengeschäft in der Prüfung“, berichten die beiden Bankvorstände und betonen in diesem Zusammenhang: „Unser eindeutiges Ziel ist es, das seit Generationen bewährte durch Individualität und Flexibilität geprägte Angebot einer starken Raiffeisen-/Volksbank vor Ort für die Region zu bewahren und gleichzeitig durch Integration digitaler Möglichkeiten modern zu bleiben.“

Aufsichtsrat

Mit Ablauf der diesjährigen Vertreterversammlung scheiden die stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende, Frau Sonja Merkel (Kleinniedesheim) sowie die Herren Klaus Dienes (Hettenleidelheim), Ulrich Schneider (Dirmstein) und Reiner Traser (Bobenheim-Roxheim) aus dem Aufsichtsrat aus.

Die Wiederwahl von Frau Sonja Merkel sowie der Herren Klaus Dienes, Ulrich Schneider und Reiner Traser ist zulässig und wird vorgeschlagen.